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E-Auto zu Hause laden: Kosten, Ladezeit, Verluste
Wer ein E-Auto zu Hause laden kann, hat beim Strompreis den größten Einfluss auf seine Fahrtkosten. Doch was kostet eine Akkuladung wirklich, wie lange hängt das Auto an der Steckdose, und warum zeigt der Stromzähler mehr an als das Auto geladen hat? Die Antworten lassen sich mit ein paar einfachen Formeln ausrechnen.
In diesem Ratgeber rechnen wir mit den Vorgabewerten der Rechnerfuchs-Rechner: 18 kWh/100 km Verbrauch, 10 % Ladeverlust und 0,37 €/kWh Haushaltsstrom, dem BDEW-Durchschnitt für Haushalte 2026. Zum Vergleich dient ein Benziner mit 7 L/100 km bei 2,13 €/L. Alle Werte kannst du in den Rechnern durch deine eigenen ersetzen.
Was kostet das Laden zu Hause pro 100 km?
Die Grundformel ist einfach: Verbrauch × (1 + Ladeverlust) × Strompreis = Kosten pro 100 km. Der Verbrauch, den das Auto anzeigt, ist die Energie aus dem Akku. Weil beim Laden ein Teil des Stroms verloren geht, musst du mehr aus dem Netz beziehen und bezahlen.
- Verbrauch ab Steckdose: 18 kWh/100 km × 1,10 = 19,8 kWh/100 km.
- Kosten pro 100 km: 19,8 kWh × 0,37 € = 7,33 €.
- Kosten pro Jahr: Bei 15.000 km sind das 7,326 € ÷ 100 × 15.000 = 1.098,90 €.
- Vergleich mit dem Benziner: 7 L × 2,13 € = 14,91 € pro 100 km, also 7,58 € mehr als das E-Auto.
- Ersparnis pro Jahr: 7,584 € ÷ 100 × 15.000 km = 1.137,60 € bei den laufenden Energiekosten.
🦊 Fuchs-Tipp: Rechne mit deinem eigenen Tarif im E-Auto-Ladekostenrechner. Den Arbeitspreis pro kWh findest du auf deiner letzten Stromrechnung. Willst du deinen Haushaltsverbrauch insgesamt im Blick behalten, hilft der Stromkostenrechner.
Ladeverluste: Wo der Strom bleibt
Zwischen Stromzähler und Akku geht Energie verloren, vor allem als Wärme im Ladegerät des Autos, in Kabeln und im Akku selbst. Außerdem laufen während des Ladens Steuerelektronik und gegebenenfalls die Akkuheizung mit. Die Rechner setzen als Vorgabe 10 % an. Wie hoch der Verlust bei dir ist, hängt unter anderem von Ladeleistung, Außentemperatur und Fahrzeug ab. Bei sehr niedriger Ladeleistung kann der Anteil höher liegen, weil die Bordelektronik über viele Stunden mitläuft.
Die Tabelle zeigt, wie sich unterschiedliche Verlustannahmen bei 18 kWh/100 km, 0,37 €/kWh und 15.000 km im Jahr auswirken:
| Ladeverlust | Verbrauch ab Steckdose | Kosten pro 100 km | Kosten pro Jahr |
|---|---|---|---|
| 5 % | 18,9 kWh/100 km | 6,99 € | 1.048,95 € |
| 10 % (Vorgabe) | 19,8 kWh/100 km | 7,33 € | 1.098,90 € |
| 15 % | 20,7 kWh/100 km | 7,66 € | 1.148,85 € |
| 20 % | 21,6 kWh/100 km | 7,99 € | 1.198,80 € |
So misst du deinen eigenen Ladeverlust
Bei 10 % Verlust und 15.000 km beziehst du im Jahr 2.970 kWh aus dem Netz, im Akku kommen aber nur 2.700 kWh an. Die 270 kWh Unterschied kosten dich 99,90 €. Ob dein Wert darüber oder darunter liegt, findest du mit einer einfachen Messung heraus.
- Nutze einen eigenen Zähler: Viele Wallboxen zeigen die abgegebene Energie an, alternativ ein separater Zähler im Stromkreis.
- Notiere vor und nach dem Laden den Zählerstand und lies im Auto ab, wie viele kWh im Akku angekommen sind.
- Rechne: (kWh vom Zähler − kWh im Akku) ÷ kWh im Akku × 100 = Ladeverlust in Prozent.
- Wiederhole die Messung bei Kälte und Wärme. Im Winter fällt der Verlust oft höher aus, wenn der Akku vorgeheizt wird.
Wie lange dauert das Laden zu Hause?
Die Ladezeit hängt vor allem von der Ladeleistung und der nachzuladenden Energiemenge ab. Der Ladezeit-Rechner rechnet bis 80 % Akkustand mit der vollen Leistung und darüber mit der halben, weil die Ladeleistung zum Ende hin sinkt. Beim langsamen Laden zu Hause fällt diese Abflachung oft weniger ins Gewicht; die Werte für 100 % sind daher eher vorsichtig geschätzt. Ladeverluste sind in den Zeiten nicht enthalten.
Beispiel: ein Akku mit 77 kWh, geladen von 20 % auf 80 % (46,2 kWh) oder auf 100 % (61,6 kWh):
| Ladeleistung | 20 → 80 % | 20 → 100 % |
|---|---|---|
| 2,3 kW (Haushaltssteckdose) | 20 Std. 5 Min. | 33 Std. 29 Min. |
| 3,7 kW | 12 Std. 29 Min. | 20 Std. 49 Min. |
| 11 kW (Wallbox) | 4 Std. 12 Min. | 7 Std. 0 Min. |
| 22 kW | 2 Std. 6 Min. | 3 Std. 30 Min. |
🦊 Fuchs-Tipp: Im Alltag lädst du selten den ganzen Akku. Fährst du zum Beispiel 40 km am Tag, brauchst du mit 19,8 kWh/100 km rund 7,9 kWh ab Steckdose. An der Haushaltssteckdose sind das grob 3 Std. 27 Min., an einer 11-kW-Wallbox etwa 43 Min. – über Nacht reicht in diesem Fall beides. Wie weit du mit einer Ladung kommst, zeigt der Reichweiten-Rechner.
Steckdose oder Wallbox?
Ob eine Wallbox für dich nötig ist, hängt von deiner täglichen Fahrstrecke, der Standzeit und der Elektroinstallation ab. Am Preis pro kWh ändert die Wallbox nichts: Bezahlt wird derselbe Haushaltsstrom. Die Unterschiede liegen woanders.
- Ladezeit: Eine Wallbox lädt mit mehr Leistung und schafft auch große Strecken über Nacht.
- Sicherheit: Haushaltssteckdosen und ältere Leitungen sind nicht immer für stundenlange Dauerlast ausgelegt. Lass die Installation vor dem regelmäßigen Laden von einer Elektrofachkraft prüfen.
- Anmeldung: Ladeeinrichtungen musst du in der Regel beim Netzbetreiber anmelden, für größere Leistungen ist eine Zustimmung nötig. Das klärt die Elektrofachkraft mit.
- Kosten: Anschaffung und Installation einer Wallbox kosten Geld. Hol dir Angebote ein und rechne sie auf die geplante Nutzungsdauer um, bevor du dich entscheidest.
- Messung: Viele Wallboxen zeigen die geladene Energie an. Damit kannst du Ladeverluste und Kosten genau nachvollziehen.
Und wenn du öffentlich lädst?
Öffentliche Ladepreise unterscheiden sich je nach Anbieter, Tarif und Ladeleistung erheblich. Deshalb nennen wir hier keinen Marktpreis, sondern rechnen mit frei gewählten Beispielpreisen. Setz im E-Auto-Ladekostenrechner einfach den Preis ein, den du tatsächlich bezahlst. Gerechnet ist jeweils mit 18 kWh/100 km, 10 % Ladeverlust, 15.000 km und dem Benziner mit 14,91 € pro 100 km.
| Strompreis (Beispiel) | Kosten pro 100 km | Kosten pro Jahr | Ersparnis ggü. Benziner pro Jahr |
|---|---|---|---|
| 0,37 €/kWh (Haushalt) | 7,33 € | 1.098,90 € | 1.137,60 € |
| 0,50 €/kWh | 9,90 € | 1.485,00 € | 751,50 € |
| 0,60 €/kWh | 11,88 € | 1.782,00 € | 454,50 € |
| 0,70 €/kWh | 13,86 € | 2.079,00 € | 157,50 € |
E-Auto gegen Benziner: die Gesamtrechnung
Gleichstand mit dem Benziner herrscht im Beispiel bei 14,91 € ÷ 19,8 kWh, also bei rund 0,75 €/kWh. Lädst du überwiegend zu Hause, zählt der Mischpreis. Angenommen, du lädst 80 % zu Hause zu 0,37 €/kWh und 20 % unterwegs zu frei gewählten 0,60 €/kWh: Dann zahlst du im Schnitt 0,416 €/kWh, 8,24 € pro 100 km und 1.235,52 € im Jahr – die Ersparnis sinkt auf 1.000,98 €.
Ob sich ein E-Auto unterm Strich lohnt, entscheidet aber auch der Kaufpreis. Der Rechner E-Auto vs. Benziner geht in seinen Vorgaben von 40.000 € für das E-Auto und 32.000 € für den Benziner aus, ohne Förderung, über 8 Jahre bei 15.000 km. Die 8.000 € Mehrpreis sind bei 1.137,60 € Ersparnis im Jahr nach 7,0 Jahren ausgeglichen; nach 8 Jahren liegt das E-Auto mit 48.791,20 € gegenüber 49.892,00 € um 1.100,80 € vorn.
Mit dem Mischpreis von 0,416 €/kWh verschiebt sich die Amortisation auf 8,0 Jahre, und nach 8 Jahren beträgt der Vorsprung nur noch 7,84 €. Der Ladeort ist also entscheidend. Bedenke außerdem: Der Benzinpreis von 2,13 €/L enthält den befristeten Tankrabatt bis 31.12.2026. Versicherung, Steuer, Wartung und Wertverlust sind in diesem Vergleich nicht enthalten; Unterschiede dort kannst du im Rechner als sonstige Ersparnis eintragen.
🦊 Fuchs-Tipp: Eigener Solarstrom kann die Ladekosten weiter senken, wenn das Auto tagsüber zu Hause steht. Wie viel eine kleine Anlage bringt, rechnest du mit dem Balkonkraftwerk-Rechner oder dem PV-Amortisationsrechner aus; mehr dazu im Ratgeber Lohnt sich ein Balkonkraftwerk?.
Häufige Fragen
Was kostet es, ein E-Auto zu Hause zu laden?
Bei 18 kWh/100 km, 10 % Ladeverlust und 0,37 €/kWh Haushaltsstrom kosten 100 km rund 7,33 €. Bei 15.000 km im Jahr sind das 1.098,90 €. Ein Benziner mit 7 L/100 km kommt bei 2,13 €/L auf 14,91 € pro 100 km und 2.236,50 € im Jahr. Mit deinem eigenen Verbrauch und Tarif rechnest du im E-Auto-Ladekostenrechner nach.
Wie hoch sind die Ladeverluste beim E-Auto?
Die Rechner setzen als Vorgabe 10 % an. Der tatsächliche Wert hängt von Ladeleistung, Temperatur und Fahrzeug ab. Bei 15.000 km und 18 kWh/100 km bedeuten 10 % Verlust 270 kWh im Jahr, also 99,90 € bei 0,37 €/kWh. Deinen eigenen Wert ermittelst du, indem du die Energie am Zähler mit der im Akku angekommenen Energie vergleichst.
Wie lange dauert das Laden an der normalen Steckdose?
Bei 2,3 kW dauert es für einen 77-kWh-Akku von 20 auf 80 % rund 20 Std. 5 Min., bis 100 % laut Ladezeit-Rechner 33 Std. 29 Min. Für den Alltag reicht das oft trotzdem: 40 km am Tag erfordern rund 7,9 kWh, also grob dreieinhalb Stunden. Lass die Steckdose vorher von einer Elektrofachkraft auf Dauerlast prüfen.
Ist Laden mit Wallbox günstiger als an der Steckdose?
Der Strompreis pro kWh ist gleich, denn beides läuft über deinen Haushaltsstromzähler. Eine Wallbox lädt schneller, ist für Dauerlast ausgelegt und zeigt meist die geladene Energie an. Bei sehr langsamem Laden über die Steckdose können die Ladeverluste anteilig höher ausfallen. Dem stehen die Anschaffungs- und Installationskosten der Wallbox gegenüber.
Ab welchem Strompreis ist ein E-Auto teurer als ein Benziner?
Bei den laufenden Energiekosten liegt der Gleichstand im Beispiel bei rund 0,75 €/kWh: 14,91 € für 100 km Benziner geteilt durch 19,8 kWh ab Steckdose. Darüber ist Strom pro 100 km teurer als Benzin. Kaufpreis, Versicherung, Wartung und Wertverlust sind dabei nicht berücksichtigt und verschieben die Rechnung zusätzlich.
Alle Zahlen sind nachvollziehbare Rechenbeispiele mit offen genannten Annahmen und Vorgabepreisen (Oktober 2026), keine individuelle Beratung. Wie wir rechnen, steht in der Methodik, die Preisbelege unter Quellen.